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CIAO
QUASCO Der Moment ist sehr schmerzerfüllt. Fast unerträglich die Stille. Zugleich bin ich sehr positiv erfüllt, dass alles den Lauf genommen hat, den ich mir für meinen alt und krank gewordenen Gefährten gewünscht habe. Vier Monate vor seinem Tod erkrankte Quasco erneut. Ein tumorartiges Gewächs am Hals zehrte an seinen - ohnehin schon begrenzten - Kräften und behinderte ihn am Atmen. Der Tierarzt beriet mich auf äusserst menschliche Art und Weise. Er empfahl mir, alles zu tun, dass sich Quasco wohl fühle, und verzichtete auf zu belastende und sinnlose Eingriffe. Diese letzten Monate waren mit Bestimmtheit die intensivsten unseres gemeinsamen Lebens. Ich wurde dabei sehr unterstützt durch den engen Kontakt mit der Blindenführhundeschule. Es war meine erster Hund, und ich fühlte mich unerfahren in der Situation mit dem Tier, das dem Himmel entgegenreift. Früher
dachte ich immer, dass mein Hund einmal natürlich sterben soll,
erkannte dann jedoch anhand des Todes unseres Führhundefreundes
Kerry, dass dies ein sehr egoistischer - und vor allem meinem Bedürfnis
entsprechender - Gedanke war. Ich war nun bereit zur Euthanasie. Unser
Tierarzt versprach mir auch, dass ich ihn jederzeit anrufen könne.
Gedanklich war ich sehr unsicher bezüglich der Wahl des Momentes,
wollte ich ihn doch auch nicht verpassen. Die Klarheit in mir war unerschütterlich:
dass Quasco einen sanften Tod verdient habe und auf keinen Fall ersticken
sollte. Es erschien mir ganz deutlich, dass diese Haltung Ausdruck meiner
Liebe zu ihm war. Mein Leben wurde zu dem, was es heute ist, dank seiner sympathischen Gegenwart. Ciao Quasco.
Von Wolfgang Fasser Zeitschrift der Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde Ausgabe 38; Oktober 1995 Ein lauer Abend in den letzten Augusttagen. Friedlich, ganz entspannt und mit berührend starkem Ausdruck von erfülltem Leben liegt mein toter Freund auf dem Strohbett. Der kleine Eselstall wurde zu seinem letzten Ruheplatz. Freunde kommen, sich bei ihm zu verabschieden und bringen Blumen. Ein Knabe zupft Trauben vom nahen Weinstock und legt sie neben Quascos Kopf. Mit Hilfe eines Nachbarn bereite ich sein Grab vor. Bei einbrechender Dunkelheit betten wir meinen Hund in eine afrikanische Decke, geben ihm sein Führgeschirr und decken das Grab. Musikerfreunde, die zufällig in der Gegend sind, kommen spontan und spielen und singen indische Lieder. Lange bleiben wir am Grab. Der Moment ist sehr
schmerzerfüllt. Fast unerträglich die Stille. Zugleich bin
ich sehr positiv erfüllt, dass alles den Lauf genommen hat, den
ich mir für meinen alt und krank gewordenen Gefährten gewünscht
habe. Vier Monate vor seinem Tod erkrankte Quasco erneut. Ein tumorartiges Gewächs am Hals zehrte an seinen - ohnehin schon begrenzten - Kräften und behinderte ihn am Atmen. Der Tierarzt beriet mich auf äusserst menschliche Art und Weise. Er empfahl mir, alles zu tun, dass sich Quasco wohl fühle, und verzichtete auf zu belastende und sinnlose Eingriffe. Diese letzten Monate waren mit Bestimmtheit die intensivsten unseres gemeinsamen Lebens. Ich wurde dabei sehr unterstützt durch den engen Kontakt mit der Blindenführhundeschule. Es war meine erster Hund, und ich fühlte mich unerfahren in der Situation mit dem Tier, das dem Himmel entgegenreift. Früher dachte ich immer, dass mein Hund einmal natürlich sterben soll, erkannte dann jedoch anhand des Todes unseres Führhundefreundes Kerry, dass dies ein sehr egoistischer - und vor allem meinem Bedürfnis entsprechender - Gedanke war. Ich war nun bereit zur Euthanasie. Unser Tierarzt versprach mir auch, dass ich ihn jederzeit anrufen könne. Gedanklich war ich sehr unsicher bezüglich der Wahl des Momentes, wollte ich ihn doch auch nicht verpassen. Die Klarheit in mir war unerschütterlich: dass Quasco einen sanften Tod verdient habe und auf keinen Fall ersticken sollte. Es erschien mir ganz deutlich, dass diese Haltung Ausdruck meiner Liebe zu ihm war.
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