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Physiotherapie in Lesotho
Thaba-Tseka am 22. Dezember 2011Liebe Freunde und Bekannte, Es freut mich, euch jetzt aus dem kleinen Bergkönigreich von Lesotho zu berichten. Die ersten zwei Wochen war ich in Begleitung meiner einheimischen Assistentin Mamello unterwegs. Ich kenne Mamello seit sie ein kleines Kind war. Sie ist Organisatorin, Übersetzerin und Begleiterin für mich hier in Lesotho und sie geniesst mein volles Vertrauen. In einem Gästehaus der mir bekannten Klosterfrauen in Maseru waren wir gut untergebracht. Von dort aus liessen wir uns täglich in vollgestopften öffentlichen Kleinbussen an unsere Ziele rütteln: nach Roma zum St. Josephs-Hospital, nach Morija zum Scott-Hospital, nach Maseru zur Christian Health Association, nach Hlotse zu einem Altersheim und nach Pitseng, zu einer bedeutenden Missionstation im Hinterland von Leribe.
Das Physiotherapieprojekt profitiert stark auch von der Vergangenheit, da leitende Oberschwestern und Schuleiterinnen ehemalige Schüler und Schülerinnen sind, die sich an den Unterricht in Physiotherapie vor 25 Jahren erinnern. Die aktuellen Informationskurse sollen mithelfen, die Physiotherapie bekannt zu machen und deren Bedeutung als Prävention und Therapie im Spital aufzuzeigen. Am 7. Dezember kamen wir – nach 8 stündiger Fahrt im Minibus - im Hochland von Lesotho, in Thaba Tseka an. Das Paray-Hospital ist meine zweite Heimat und meine Basis für die kommenden Wochen. Zusammen mit meinen Mitarbeiterinnen Sophia, Khahliso und Fumanang (alle drei in Physiotherapie angelernte Krankenpflegerinnen) empfing ich kurz darauf die 11 Teilnehmerinnen des einwöchigen nationalen Workshops zum Thema Physiotherapie in ruralen Gebieten. Drei Themen standen im Vordergrund: Das behinderte Kind, die Therapie bei Schwellungen und die Vertiefung der Behandlung von kindlichen Fussdeformitäten. Täglich lehrten und lernten wir in der Schule und am Krankenbett. Es gibt zur Zeit viele Patienten im Spital - darunter auch intensive Rehabilitationspatienten. Viele Menschen leiden an HIV-Infektion und haben dank der medikamentösen Therapien, welche von der Schweizer Organisation Solidarmed unterstützt werden, gute Chancen, die Krankheit unter Kontrolle zu bringen. Zahlreiche HIV-Patienten haben aber mit Körperschmerzen, Nervenleiden und Lungenproblemen zu kämpfen: alles Indikationen für physiotherapeutische Behandlungen, die von den ausgebildeten Krankenschwestern angeboten werden können. Wir sind sehr zufrieden und erfüllt von diesem vierten Workshop und freuen uns auf den nächsten Kurs. Er wird im Dezember 2012 stattfinden. Nun stehen Wochen des klinischen Unterrichtes an.: je ein Besuch im Bergspital von Mantsonyane und Mamohao. Mein erster Besuch in unserem Heilkräuter-Lehrgarten auf dem Areal des Paray-Hospitals, liess mein Herz hüpfen: Die kleinen Pflanzen sind angegangen! Der Kräutergarten liegt in einer schönen Ecke (5x7 Meter), gleich hinter dem Haus des Chefarztes. Dort wachsen mehr als 20 verschiedene einheimische Heilpflanzen, welche in der Physiotherapie zu Waschungen, zum Inhalieren und zum Herstellen von Massageölen verwendet werden können. Nach Weihnachten beginnen die Treffen mit den Dorffrauen zum Thema: Heilkräuter und ihre sichere Verwendung in der Prävention.
Von Herzen danke ich Euch im Namen aller Menschen hier in Lesotho, die jetzt und später von unserem Projekt profitieren können.
Ich grüsse euch herzlich und wünsche euch allen Thuso Wolfgang Fasser
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