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Physiotherapie
in Lesotho
Physiotherapie Weiterbildungsprojekt neu gestartet.
Der Anfang dieses neuen Projektes ist im Dezember 2007 gut gelungen.
Nach 15 Jahren Unterbruch der fachlichen Weiterbildung für physiotherapeutisch
Tätige konnte auf Anfrage der Spitalleitung des Parayhospitals
Thaba-Tseka dieses neue Projekt formuliert und begonnen werden. Ziel
ist es, die früher in einem Solidarmed Physiotherapieprojekt ausgebildeten
Krankenschwestern in ihren Kenntnissen und Fähigkeiten zu unterstützen
und weiterzubilden. Zu diesem Zweck findet unter anderem in der Zeit
vom 12. – 17. Dezember 2011 der vierte spezifische Workshop an
der Krankenschwesternschule von Thaba-Tseka statt. Dazu werden physiotherapeutisch
Tätige aus allen Spitälern des Landes eingeladen. Am letztjährigen
Workshop nahmen 15 in Rehabilitation Ausgebildete aus 8 Spitälern
teil. Am diesjährigen Kurs unterrichtet ebenfalls Frau Therese
Schär, Physiotherapeutin aus Zürich.

Die Unterrichtstätigkeit beinhaltet klinischen Unterricht mit den
Patienten, sowohl im Spital als auch im Ambulatorium. Die Absolventinnen
der Krankenschwesternschule erhalten eine Einführung in Basis Physiotherapie,
insbesonders für die präventiven Massnahmen. Es war mir möglich während meiner letzten Reise neben dem vierwöchigen Aufenthalt im Parayspital sieben weitere Institutionen zu besuchen um mit den Physiotherapiekrankenschwestern und deren Vorgesetzten aktuelle Fragen zu bearbeiten. Schwerpunkte
des diesjährigen Unterrichts vom Dezember 2011 bis Februar 2012 sind Neurorehabilitation, Beurteilung, Förderung und Handling
behinderter Kinder und die naturheilkundliche Unterstützung alltäglicher
Physiotherapien. Erfreulicherweise kann ich auch dieses Jahr zusätzliche
Kurse durchführen:
• In einem ländlichen Gesundheitszentrum Vermittlung von
physiotherapeutischen Kompetenzen an Dorfsamariter für die Pflege
Behinderter, AIDS- und TB-Kranker zu Hause
• Einführungskurs für natürliche Medizin zur Unterstützung
von HIV-Kranken in zwei ART Zentren
• Zweitägiger Workshop zur fachlichen Weiterbildung der 11
diplomierten Physiotherapeutinnen im Queen Elizabeth Hospital in Maseru
• Zweitägiger Weieterbildungskurs für Mitarbeiter am seboche Hospital
• Eintägiger Weietrbildungskurs für Mitarbeiter am Mantsonyane Hospital
Die Physiotherapieaktivität in Paray möchte
auch physiotherapeutisch Tätige in anderen Spitälern Lesothos
ansprechen und unterstützen. In 2010 konnten 2 Newsletter publiziert
und an die 25 Mitglieder der Paray Physio Study Group versandt werden.
Dank der modernen Medien ist es möglich, regelmässige Kontakte
mit den Physiotherapeutinnen von Paray zu pflegen und fachliche Themen
auszutauschen. Zu meiner Freude beginnt sich in der Schweiz und in Deutschland
ein solidarisches und freiwilliges „Expertennetzwerk“ zu
bilden, das uns in der physiotherapeutischen Arbeit in Paray mit fachlichen
Kenntnissen unterstützt. Es ist vorgesehen, dass die Weiterbildungstätigkeit
in Paray für mind. 10 Jahre regelmässig durchgeführt
wird und sich mit den aktuellen Entwicklungen des Gesundheitswesens
in Lesotho auseinandersetzt.
Ein aktuelles
Thema ist die mögliche Integration über einen Zertifizierungsprozess
der Physiotherapie – Krankenpflegerinnen in die bestehende Struktur
des Gesundheitswesens. Moderne Anforderungen für die berufliche
Weiterbildung stossen auf die herkömmliche und einzig zur Verfügung
stehende Ausbildung am Arbeitsplatz.

Die Schweizerische
Organisation für Entwicklungszusammenarbeit Solidarmed initiierte
1987 ein 7-jähriges Physiotherapie Weiterbildungsprojekt in Paray
an welchem neben mir auch Frau Margot Stöckler und Herr Markus
Honegger teilnahmen. Die aktuellen Tätigkeiten sind auf der Basis
meiner persönlichen Zusammenarbeit als Freiwilliger und von der
Spitalleitung von Paray getragen. Erfreulicherweise hat sich eine Solidaritätsgruppe
um dieses Non-Profit-Projekt gebildet, worüber ich sehr dankbar
bin. Für den regelmässigen Informationsaustausch mit dem Solidarmed
Büro in Luzern, dem Solidarmed Landeskoordinator in Lesotho, dem sich im Einsatz befindenden Arzt und der Christian Health Association
of Lesotho danke ich sehr.
Im jetztigen Zeitpunkt erarbeite ich weitere Lehrmittel in Form von kleinen, alltagsbezogenen Publikationen zum Thema der Klumpfussbehandlung, der Lagerung von Gelähmten und Routinebehandlung von Lungenpatienten. Es hat sich gezeigt, dass Fotodokumentationen sehr hilfreich sind und so entwickle ich zusammen mit Berufskolleginnen diktatisch aufgebaute powerpoint Dokumenmtationen. Im Laufe der letzten vier reisen ist auch eine Serie von Vorträgen in Form von Tondokumenten entstanden. Diese mp3 Aufnahmen stehen nun ebenfalls den Studierenden zur Verfügung:
- Physiotherapy in Aids related conditions
- Physiotherapy and mother-child care.
- Early neurological rehabilitation and stroke.
Gerne antworte ich Ihnen auch persönlich via email.
Mehr Informationen und Neuigkeiten finden Sie ...im Laufe des Sommers...
Juni 2011 Wolfgang Fasser |