10-m-Band-Bakenempfang während des Sonnenzyklus-Maximums in Glarus

Von Wolfgang Fasser, HB9CCS

Inzwischen scheint klar zu sein, dass der Höhepunkt des aktuellen Sonnenzyklus überschritten ist und wir uns wieder dem Sonnenfleckenminimum nähern. Damit ist ein guter Zeitpunkt gekommen, den regelmässigen Bakenempfang auf dem 10-m-Band etwas genauer zu betrachten.

Zwischen März 2023 und März 2026 beobachtete ich regelmässig den Bakenbereich auf 28 MHz. Meine Station war dabei bewusst minimalistisch aufgebaut: ein Kenwood TS-2000 arbeitete an einer vertikal polarisierten Diamond HF10CL, zentral gespiesen und auf meinem Südbalkon in Glarus montiert.

Glarus liegt bekanntlich mitten in einer ausgeprägten Berglandschaft – ohne eigentliche Fernsicht. In unmittelbarer Nähe steigen die Berge von rund 500 bis auf 2300 Meter über Meer an. Etwas tiefere Horizonte finden sich lediglich gegen Südosten, Westen und ein kleiner Abschnitt in Richtung Norden.

Normalerweise präsentiert sich das 10-m-Band hier ruhig, oft fast still, begleitet nur vom leisen Grundrauschen. Wirkliche Öffnungen entstehen vor allem während sporadischer E-Schicht-Aktivierungen, bevorzugt im Frühling und Sommer. In diesen oft nur kurzen Zeitfenstern tauchen plötzlich Baken aus Entfernungen zwischen 1000 und 1800 Kilometern auf. Selbstverständlich sind unter solchen Bedingungen auch SSB- und CW-Verbindungen problemlos möglich.

Eine Bake ist in Glarus allerdings immer zu hören: DK0TEN auf dem Sipplingerberg.

In der folgenden Liste führe ich alle Baken auf, die während des Beobachtungszeitraumes mindestens zehnmal empfangen werden konnten. Das Resultat ist durchaus erstaunlich und zeigt, dass selbst unter kompromisshaften Bedingungen und in einem topografisch schwierigen Umfeld sowohl nahe als auch weit entfernte Stationen zuverlässig hörbar sein können.

Mein QTH in Glarus liegt auf etwa 480 m ü. M. Bereits bei geringem Höhengewinn verändert sich die Empfangssituation markant, und zahlreiche weitere Baken werden hörbar. Gerade deshalb fand ich es besonders interessant zu beobachten, welche Signale trotz dieses «ambientalen Filters» dennoch ihren Weg bis zu meiner Station fanden.

Regelmässig hörbare Bakenstationen

Callsign

QRG

GRID

Distance

DK0TEN

28.2575

JN47NT

0088 km

I1M

28.1800

JN33US

0376 km

IQ0GV

28.1785

JN61TR

0561 km

DB0TEN

28.2450

JO42UV

0655 km

IZ8RVA

28.2480

JN70LI

0880 km

IT9EJW

28.2250

JM77NN

1164 km

SK7GH

28.2980

JO77BF

1211 km

SV2RSS

28.2650

KN10LO

1322 km

LA5TEN

28.2375

JO59JP

1408 km

OH5TEN

28.2300

KP30HV

1911 km

OY6BEC

28.2350

IP62MB

1953 km

SV5TEN

28.1880

KM36XF

1969 km

OH9TEN

28.2670

KP36OI

2398 km

YM7TEN

28.2250

KN91RB

2502 km

HZ1HSM

28.1500

LL07TN

3561 km

FR4KR

28.2325

LG78RU

8890 km

Und heute – nach dem Sonnenzyklus-Maximum?

DK0TEN ist weiterhin immer hörbar und piepst munter vor sich hin. Gelegentlich erscheinen auch Baken aus dem Norden, etwa aus Finnland oder Schweden; seltener ist eine italienische Station zu hören.

Die Beobachtung von Baken bleibt ein ausgezeichnetes Instrument, um Bandöffnungen frühzeitig zu erkennen. Natürlich sind heute auch FT8-Signale ein wertvoller Hinweis auf aktuelle Ausbreitungsbedingungen geworden.

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Wolfgang, HB9CCS